Super Mario (Draghi) – der Ankündigungsweltmeister und beste Banker Europas

Die Neue Züricher Zeitung macht heute auf einige Besonderheiten der Bilanz der EZB aufmerksam. Demnach hat sich die Bilanzsumme der EZV seit Jahresanfang fast um 1/3 auf ca. 2.062 Mrd. € vermindert. Allein die „Verbindlichkeiten ggü. Banken inkl. Mindestreserven“ haben um 700 Mrd. € abgenommen. Auf der Aktivseite haben sich die Ausleihungen an Banken gleichermaßen dramatisch reduziert.

Die Verringerung der EZB-Bilanzsumme steht in einem sehr positiven Gegensatz zur Ausweitung dieses Betrags bei der US-amerikanischen FED. Der Grund sind die entgegengesetzten Änderungen bei den Ausleihungen an Banken und bei den Aufkäufen von Anleihen durch die Zentralbanken. Draghi hat hier mehr angekündigt als getan. Die FED hat gerade mal erst begonnen ihre monströs großen Programme nach und nach zu reduzieren.

Ist dann alles auf einem guten Weg?

Der Blick auf den Umfang der Banknoten (also wieviel Geld wurde gedruckt und in Umlauf gebracht) läßt einen zweifeln. Die NZZ nennt hier eine Zeitreihe für

2007/2008/2009/2010/2011/2012/2013/18.7.2014 mit (in Mrd. €)

630/680/766/806/840/884/904/965.

Demnach wurde von 2007 bis 2013 die Menge Bargeld um durchschnittlich 6 % ausgeweitet, in 2014 bis letzte Woche aber bereits um 6,7%, d.h. doppelt so stark wie in den Jahren davor. Die Gelddruckmaschine läuft auf Hochtouren!

Fazit: Draghi macht gemessen an der Bilanzsumme, einen besseren Job als Yellen und ihr Vorgänger Bernanke. Eine abnehmende Bilanzsumme der Zentralbank bedeutet auch weniger staatliche Einmischung in die Märkte. Die hohe und sich beschleunigende Zunahme des Bargelds, das die EZB in Umlauf bringt, bleibt aber weiter ein Grund zur Sorge und muß in ihrer Wirkung genau beobachtet werden. Bis auf weiteres freut man sich über den Meister der Ankündigungen und des Erwartungsmanagement, der sich ja tagtäglich gegen die Staatsblasenwirtschaftswünsche der Herren Sozialisten und sonstiger Schuldenkönige im EURO-Raum erwehren muß. Chapeau!

Quelle: http://www.nzz.ch/wirtschaft/politik-des-versprechens-1.18348585

Bildquelle: EZB

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