Schafsgeduld und ich-bin-es-nicht-gewesen

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In der Überschrift der Rheinischen Post vom 27. Dezember 2014 wird der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Professor Dr. Hans-Jürgen Papier falsch zitiert. Die „Schafsgeduld“ des Lesers strapaziert er dann selbst, denn sein bißchen Kritik an den Verhältnissen kann sein Vermeiden des überall erkennbaren Staatsversagens kaum vertuschen. Diese Form der politischen Rhetorik kann man der Bürde/Würde seines ehemaligen Amtes oder dem gut versorgten Staatspensionär zurechnen – die Chance, sich als sachkundiger Bürger zu äußern, wurde verpaßt.

„Gewisse“ Dinge „kann“ er nicht beantworten, aber immerhin lautet seine Diagnose von Politik: zu „komplex“ fürs normale Wahlvolk. Seinen Frieden mit sich findet die ehemalige Nr. 5 im Protokoll der Republik politisch korrekt, indem er Weltfremdheit und Wirkung des Systems aus Parlament, Politik/Verwaltung und Gerichtsbarkeit in „Entpolitisierung“ und „Gleichgültigkeit“ der Wähler weg abstrahiert. Noch zu erwähnen bleiben, die s.E. nicht ganz vollständige Übereinstimmung der christlichen Werteordnung mit dem Grundgesetz, und den von ihm so genannten Verfassungs- und Vertrauensbruch durch Angela Merkel und Wolfgang Schäuble bei der Verlängerung des Solidaritätszuschlags und der Schaffung eines Vereinigten Europas.

Bleibt als Fazit: die Zeiten, zu denen ehemalige BVG-Präsidenten einen Ruck gefordert haben, sind vorbei; die Zeiten, in denen führende Glieder der politischen Klasse die Grenzen ihres Handelns benennen und entsprechend handeln, werden wohl noch etwas brauchen.

Den Beitrag in der Rheinischen Post finden Sie hier:

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/hans-juergen-papier-mich-wundert-die-schafsgeduld-beim-soli-aid-1.4763171

Bildquelle: Wikipedia / Tobias Klenze, Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0

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