Philipp Rösler hat noch eine letzte Chance

Man muss dem FDP-Chef in einer Sache Respekt zollen. Die wochenlange Debatte über seine angebliche Führungsschwäche, die Häme und die heimtückischen Angriffe aus der eigenen Partei, hat Philipp Rösler gut weggesteckt. Souverän und aufreizend gelassen vermied der 39-Jährige beim Dreikönigstreffen die lärmende Replik auf seine Widersacher. Er beließ es bei einem Appell an Solidarität und Fairness (bei den Liberalen schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr) und konzentrierte sich ansonsten auf seine durchaus kluge Grundsatzrede über den Wert der Freiheit in einer Gesellschaft, die sich zunehmend an Transfers, Subventionen und Verordnungen gewöhnt hat. Bis zum 20. Januar hat sich Rösler damit gerettet. Auch weil sein schärfster Gegner, Minister Dirk Niebel, mit seiner öffentlichen Attacke nach Ansicht vieler Liberaler überzogen hat. Philipp Rösler muss nun auf sein Heimatland hoffen. Sollte die niedersächsische FDP mit einem überzeugenden Ergebnis doch noch ins Parlament einziehen und damit Schwarz-Gelb kurz vor der Bundestagswahl bestätigen, wird kein Liberaler so einfach den Vorsitzenden stürzen können. Philipp Rösler hat also noch eine Chance.
Kommentiert von der „Rheinische(n) Post“ aus Düsseldorf.

(Text-, Grafikquelle: Rheinische Post.de)

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