Moral ist, wenn man moralisch ist (Georg Büchner)

Renate Künast, gescheiterte Kandidatin für die Spitzenkandidatur der „Grünen“ für die aktuelle Bundestagswahl und Dauerrücktrittsforderin (1) nennt in der Leipziger Volkszeitung den Besuch der Bundeskanzlerin im früheren Münchner Konzentrationslager eine „geschmacklose und unmögliche Kombination“. „Wer es ernst mit dem Gedenken an einem solchen Ort des Grauens meint, der macht einen solchen Besuch garantiert nicht im Wahlkampf.“

Die Leipziger Volkszeitung garniert diese Äußerung mit dem Zitat der üblichen/empfohlenen Besuchslänge und nicht namentlich genannten Quellen aus „führenden Kreisen des jüdischen Lebens“ und läßt den Eindruck entstehen, Frau Merkel erledige das Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus zwischen zwei Maßkrügen.

Generationen haben daran gearbeitet, sich ihr Leben, Denken und Fühlen nicht mehr von Papst, Fürst und Vaterland vorschreiben zu lassen und dann kommt die nächste Welle moralingeschwängerter Selbstgerechtigkeit. Das hört wohl nie auf, solange solche Äußerungen mit „Pfründen“ belohnt werden. Zum Glück geht es nur um den Wahlkampf und seine aktuellen und zukünftigen Verlierer. Da kann man Nachsicht walten lassen.

Natürlich kann jederman und jede Kanzlerin ein Konzentrationslager in Zeiten des Wahlkampfs besuchen. Indem Frau Künast neue Varianten früherer Regeln („keine Tanzveranstaltungen in der Passionszeit“) aufstellt, beweist sie nicht nur ihre spießig-bürgerliche Geisteshaltung, sondern auch den unbedingten Willen der Gutmenschen der Art vor denen sich schon Friedrich Nietzsche fürchtete.

Fußnote

(1) gesammelt von Jan Fleischhauer, gefunden bei wikipedia: „Sie forderte öffentlich den Rücktritt von Außenminister Guido Westerwelle, Wolfgang Schäuble, Cornelia Pieper, Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundespräsident Christian Wulff, Bahnchef Hartmut Mehdorn, Bischof Walter Mixa, SPD-Politiker Thilo Sarrazin und der Bildungsministerin Annette Schavan)

Bildquelle: Spiegel online

 

 

Schreibe einen Kommentar