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3. liberty talk mit Prof. Josef Capousek, Mitglied im Liberalen Netzwerk

Prof. Josef Capousek, Fördermitglied im Liberalen Netzwerk, hatte wohl die weiteste Anreise zum liberty talk in Berlin. 7.366 km aus Peking in China, seiner Wirkungsstätte als Nationaltrainer der chinesischen Kanu-Mannschaft in Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 2008, reiste Josef Capousek an.

Doch dann, wenige Tage nach dem liberty talk-Dreh und 44 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat das chinesische Sportministerium den Trainer abgesetzt, der als deutscher Bundestrainer 18 olympische Goldmedaillen gewonnen hatte. Sportinstrukteure des chinesischen Militärs übernahmen die Trainer-Position und werden das Nationalteam in die Olympischen Spiele führen.

Josef Capousek hat versucht, den Stil zu ändern. Er wollte den chinesischen Sportlern Selbstverantwortung und Selbstdisziplin beibringen, damit sie bewusster und motivierter trainieren. "Die Qualität des Trainings wird dadurch besser", sagt Capousek, "die Sportler sollten morgens aufwachen und sagen ,ich will’ und nicht ,ich muss’- und ich hatte auch Erfolg damit." Die Funktionäre waren anderer Meinung. "Sie glauben, ein chinesischer Sportler müsse immer beaufsichtigt und kontrolliert werden, er braucht Druck und Disziplin."

Seit Ende 2004 lebt Josef Capousek in China, die vielfältigen Eindrücke über Land und Leute und ein politisches System im Wandel brachte er mit ein ins Interwiev zum liberty talk mit Moderator Tilo Bonow. In den Vorgesprächen und im Interview-Dialog wurde schnell deutlich, dass sich Josef Capousek eingelassen hat auf die Kultur und Menschen im Gastland als bevölkerungsreichste Nation der Erde. Er meinte es gut mit seinen im Sinne des Wortes Schützlingen, den jungen Sportlerinnen und Sportlern.
Die nicht immer einfachen politischen Komplikationen und Implikationen in China im Alltag des deutschen Trainers und aus tiefster Seele überzeugten liberalen Menschen Josef Capousek, hat dieser gemeistert, mit dem unbedingten Ansatz, dass der Mensch im Mittelpunkt allen oder besser seines Handels steht.

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel am 05. Juli in Peking muss Josef Capousek lachen beim Zurückdenken: "In Deutschland bin ich öfters als diktatorisch bezeichnet worden, hier war ich der liberalste Mensch der Sportwelt." In dieser Woche kommt Josef Capousek nach Duisburg, seinem deutschen Wohnort, zurück. Im Herbst wird er sich nach einer neuen Aufgabe umsehen. Die Olympischen Spiele wird er von Deutschland aus im Fernsehen sehen. "Da kriegt man viel mehr von den anderen Sportarten mit", sagt er, "man muss immer positiv denken."

Wir sind stolz, Josef Capousek in den Reihen des Liberalen Netzwerks zu wissen und danken ihm für diesen liberty talk!

Aktuelle Presse-Berichterstattung zu Josef Capousek:
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,561734,00.html
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,555736,00.html
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/59320
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/65135
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/sport/2008/6/13/news-55415816/detail.html
http://www.bild.de/BILD/sport/olympia2008/2008/07/09/drill-am-reck/mit-hantelscheiben.html
http://www.tagesspiegel.de/sport/;art272,2566297

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