Erste Aktionsgruppe im Liberalen Netzwerk
Neue Westfälische, Mittwoch 05. November 2003 Bielefeld. Das Liberale Netzwerk ist seit 1997 durch Vortragsveranstaltungen bekannt geworden. Inzwischen besteht eine Aktionsgruppe, die sich privat mit maximal 40 Personen trifft. Eva Hartog und Uta von Möller sind die Organisatoren und Moderatoren. Mit ihnen sprach NW-Redakteur Wilfried Massmann. Koordinator der Gruppe ist Matthias Steinhauer.
Was will Ihr Diskussionsforum erreichen? von Möller: Dort treffen sich Bielefelder aus verschiedensten Berufsgruppen unterschiedlichen Alters, die nicht die Hände in den Schoß legen, sondern etwas bewegen wollen, sich aber parteilich nicht unbedingt binden möchten. Ideen, die wir haben, Fehler, die wir erkennen, daran wollen wir arbeiten, vielleicht Konzepte schaffen und etwas verändern. Wir wollen aber in erster Linie die Bürger aufrütteln. Also, kleine Knoten des Netzwerks, in denen sich die Leute austauschen und aktiv sind.
Heute geht es um die Gesundheitsreform mit vier Gästen? Hartog: Ja, ich habe sieben Veröffentlichungen über die Gesundheitsreform gelesen, und obwohl ich beruflich damit konfrontiert werde, bin ich verunsichert. Auch über Schlagworte wie Kopfgeld oder Bürgerversicherung weiß kaum jemand genau Bescheid. Ich erhoffe mir bessere Informationen.
Themen wechseln, liberales Gedankengut ist aber Richtschnur? Hartog: Ich bin zwar Mitglied der FDP, aber es gibt in allen Parteien Politiker, die liberal ausgerichtet sind. Die Gesundheitsreform ist ja auch an keine Partei gebunden, sondern sie geht die Bürger an. Aber der Bürger ist nicht eingebunden in die Lösung der Probleme. von Möller: Wir wollen Menschen bewusst machen, dass sie ihre Intelligenz und ihr Urteilsvermögen mehr einsetzen, gerade auch bei politischen Problemen und gegenüber politischer Bevormundung. Demokratie soll eine Regierung im Sinne des Volkes sein, und da ist der Bürger gefragt, Verantwortung zu übernehmen, sich zu äußern und auch zu beeinflussen. Die Politiker hören das sehr wohl. |