Männerfreunde und Staatsbetriebe – Schröder stützt Piech

Der bekennende Putin-Freund und ex-Kanzler ergreift Partei und läßt sich wie folgt zitieren: „Der Aufsichtsrat würde einen großen Fehler machen, wenn er jetzt von seinem Aufsichtsratschef abrücken würde. Er selbst habe als Regierungschef in Hannover 1993 den Manager „gegen Widerstände“ an die VW-Spitze geholt. Alle müssen jetzt an einem Strang ziehen: der Vorstand, der Aufsichtsrat, die Aktionäre und der Betriebsrat.“ (Quelle dpa-afx).

Man mag es Männerfreundschaft nennen oder die Pflege von Seilschaften, jedenfalls schreibt sich Herr Schröder zu Recht den Aufstieg von Herrn Piech zum Vorsitzenden des Vorstands (und inzwischen auch Großaktionär) bei Volkswagen zu. In die Ära von Herrn Piech fällt übrigens ein rasanter Anstieg der Schulden („Verbindlichkeiten“) des Konzerns, die sich per Ende 2014 auf sagenhafte 260 Mrd. Euro belaufen (kein Scherz, Quelle Deutsche Börse AG). Dazu kommen noch Rückstellungen i.H.v. € 63 Mrd. Damit schlägt VW locker Griechenland, das Ende 2013 € 319 Mrd. verschuldet war. Das waren dort je Bürger knapp € 30.000 (Quelle: Eurostat). Jeder Mitarbeiter im VW-Konzern steht dagegen für über € 400.000 Verbindlichkeiten gerade bei einem operativen Ergebnis je Mitarbeiter von gerade mal € 20.000. Da braucht man über Schuldentilgung wirklich nicht mehr nachdenken. Soweit zur Wirkung von Staatsbeteiligungen mit Sonderrechten.

Die angekündigte Verlängerung des Vertrags im kommenden Jahr anstatt sofort (wie es in anderen Fällen öffentlichen Streits zwischen Aufsichtsrat und Vorstand gehandhabt wurde) ist nichts weniger als die Fortsetzung der Demontage des aktuellen Vorsitzenden bei VW. Immerhin wissen jetzt potentielle Nachfolger, was sie erwartet. Applaus von Herrn Schröder inklusive.

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