CDU-Wirtschaftsrat: „Griechische Insolvenzverschleppung geht weiter!“

Zu der Einigung der Euro-Finanzminister über neue Griechenlandhilfen erklärt der Präsident des Wirtschaftsrates, Prof. Dr. Kurt J. Lauk: Griechische Insolvenzverschleppung geht weiter!

Wieder einmal wird Griechenland in letzter Minute gerettet – und wieder mal stopft die EU-Rettungspolitik nur kurzfristig die Löcher. Eine nachhaltige Lösung ist der vorliegende Kompromiss keineswegs. Immer noch wird versucht, die Lösung der Krise in die Zukunft zu verschleppen und die Kosten in die Intransparenz zu verschieben. Den Bürgern soll die unvermeidliche Rechnung der Griechenland-Rettung noch nicht vorgelegt werden.

Seit mehr als zwei Jahren ist Griechenland nicht mehr in der Lage, sich selbst am Kapitalmarkt zu refinanzieren! Daran hat auch der erste Schuldenschnitt und zwei Rettungspakete der Euro-Staaten und des IWF über 240 Mrd. Euro nichts geändert. Im Gegenteil: Der Schuldenstand wird schon bald auf 190 % des BIP steigen – das ist politische Insolvenzverschleppung!

Das griechische Problem ist also nicht ausgeräumt, sondern allenfalls vertagt. Solange die Steuerverwaltung nicht funktioniert und solange auch unter den Bürgern des Landes kein Vertrauen in griechische Anleihen besteht, ist ausländischen Steuerzahlern kaum zu erklären, warum sie stärker beteiligt werden sollen.

Solange die Insolvenzverschleppung weiter geht und damit die Unsicherheit über die Zukunft des Landes bleibt, wird es auch keinen Investor geben, der dort Arbeitsplätze schafft. Mit dieser Art von Rettung wird das Land am Boden bleiben und die Auflagen wieder nicht erfüllen können. Wem wird hier eigentlich geholfen? Den Geldgebern oder den Geldnehmern? (Zitatende)

(Textquelle: Wirtschaftsrat der CDU.de vom 27.11.2012; Kartengrafikquelle: U.S.gov, Griechenland in Europa)

Dazu der aktuelle SPIEGEL Online Artikel: Rettungspaket der Euro-Gruppe – Deutschland verzichtet auf 730 Millionen für Griechenland, Kritiker des Pakets sprechen von „politischer Insolvenzverschleppung“ javascript:openPopup(‚http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hilfen-fuer-griechenland-belasten-bundeshaushalt-a-869577.html‘, 11, -1);

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