Bürgerwille Bonn: wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

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Für den Bürgerwillen setzt sich die FDP Bonn beispielhaft ein.

Der Reihe nach: Die Bonner Südstadt ist eines von Deutschlands größten, fast vollständig erhaltenen Viertel der Jahrhundertwende. Durch seine schöne historische Architektur und glückliche Mischung von Geschäften des täglichen Bedarfs, Kneipen und Cafes sowie Schulen und der Nähe zum Hauptbahnhof und Autobahn ist das Viertel bei einem breiten Spektrum von Familien, Alleinstehenden und Studenten sehr beliebt.

Für eine der Haupteinkaufsstraßen des Viertels wurden im vergangenen Jahr Pläne zur vollständigen Neugestaltung bekannt, die mit der Begründung der Förderung durch das Land NRW bei sehr hohen Ausgaben vor allem den Verlust von Parkplätzen zur Folge hätte. Die Geschäftsleute der Straße haben in 2015 Unterschriften gesammelt, und in einer spektakulären Aktion die Schaufenster ihrer Geschäfte zugehängt, um die möglichen Folgen der Umgestaltung deutlich zu machen und dementsprechend auch schon reichlich Zuspruch in der (meist radfahrenden) Öffentlichkeit erfahren.

Am 19. Februar 2016 hat die FDP-Fraktion im Stadtrat eine Ortsbegehung durchgeführt, die trotz regnerischen Wetters auf reges Interesse bei den Anwohnern stieß. Auch die politische Prominenz in Person des Europaabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff war (als Anwohner) vertreten (s.Bild). Neben dem eigentlichen Thema Umgestaltung der Straße kamen auch einige andere Themen zur Sprache, die von den anwesenden FDP-Lokalpolitikern aufgenommen wurden.

Klar wurde, daß die beabsichtigte Beschleunigung des Straßenbahnverkehrs direkt vor einer Schule nicht nur keinen Sinn macht, sondern eine zusätzliche Gefährdung der Kinder, Passanten und auch der Radfahrer bedeutet. Tatsächlich würde eine Anpassung der Taktung der Bahnen an die realistisch möglichen Geschwindigkeiten eine Verbesserung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer bedeuten (übrigens ohne investiven Aufwand). Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone fand breite Zustimmung. Das Beispiel anderer neugestalteter Straßen in Bonn zeigt die Gefahr, daß gutgemeinte Planung regelmäßig zum Tod dieser für die direkten Anwohner wichtigen Unterzentren führt. Die in einem politischen Akt der Gleichbehandlung aller Stadtteile abgeschafften Parkgebühren am Samstag haben zu einer Verschlechterung der Parkraumsituation geführt. Jetzt werden die knappen Parkplätzen von Autofahrern belegt, die die hohen Parkgebühren in der Innenstadt scheuen. Zusätzlich werden inzwischen viele Parkplätze dauerhaft von (ja im Kern gewerblichen) Car-Sharing-Anbietern genutzt. Die als Erweiterung des Parkraums diskutierte Einbeziehung der Unkrautfläche vor dem Gymnasium soll zuerst auf die Angemessenheit der Kosten für eine Umgestaltung geprüft werden. Im Ergebnis könnte der Zugewinn von nur wenigen Plätzen nicht ausreichen, um bei den knappen Kassen der Stadt die erforderlichen Ausgaben zu begründen.

Grundsätzlich wundert man sich, warum eine Stadtverwaltung ohne erkennbare Notwendigkeit derart weitgehende Planungen in Gang setzt, und zu Zeiten der quasi-Pleite der Kommune bereits im Vorfeld Gelder aufwendet, die anderswo nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Argument der Bürgerferne kann in einer Kommune kaum geltend gemacht werden. Bonn ist ja keine Großstadt. Naheliegender ist eine Variante von „Parkinson’s Law“, die besagt, daß jeder Arbeitsplatz in der Verwaltung eine Begründung findet und sich Arbeit sucht. Der Vorschlag des Autors, man möge doch die Mitarbeiter der Stadtplanung, wenn schon nicht einfach freistellen, dann doch für die regelmäßige Überprüfung und Entsorgung der Fahrradständer auf Fahrradleichen einsetzen, stieß jedenfalls auf fröhliche Zustimmung.

Die weitere Entwicklung am Bonner Talweg werden wir beobachten und halten Sie hier auf dem laufenden. Wenn Sie sich in die Diskussion einbringen wollen, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion oder schreiben Sie uns per eMail.

Bildquelle, Autor: Roland Alexander, Liberales Netzwerk

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