bmwi: wie bringt man Jugendliche dazu, einen Ausbildungsplatz in einer anderen Stadt anzunehmen

Schreiben Sie dem Bundeswirtschaftsminister mal ganzheitlich, warum Sie selbst oder andere für eine Ausbildung umgezogen sind, und warum Jugendliche keine Ausbildung antreten

Das bmwi hat heute eine Ausschreibung mit dem Titel „Entwicklung eines ganzheitlichen Handlungskonzepts zur Steigerung der Mobilität ausbildungssuchender Jugendlicher innerhalb Deutschlands“ bekannt gemacht.

Es wird nicht ganz klar, was das bmwi unter „ganzheitlich“ versteht, wenn es die Elternhäuser nicht mal am Rande erwähnt. Spielen die etwa im Denken des bmwi keine Rolle? Auch die Änderung (bis hin zur Abschaffung) der bestehenden Fördermöglichkeiten scheint nicht im Bereich des Möglichen zu liegen. Geht es vielleicht nur um die Erstellung einer Broschüre zu den Fördermöglichkeiten durch das bmwi, also Werbung für den Herrn Minister?

Es sei der Hinweis auf die vielfältigen Erfahrungen von Handwerksmeistern und Professoren der Volkswirtschaft erlaubt. Überall ist der Tenor, die Jugendlichen besitzen mit dem Schulabschluß weder die sittliche Reife noch das Wissen, um Installateur zu werden oder gar ein Hochschulstudium aufzunehmen. Es fehlt schlicht und ganzheitlich der Wille, mehr zu werden als Hartz-IV.

Schreiben Sie doch dem Minister über Ihre Erfahrungen. Als Lehrmeister/Ausbilder oder einfach Ihren Weg zum Abschluß (am Ende ohne Bafög und Fördermittel, nur weil Sie es wollten und die Familie Ihnen geholfen hat).

Ein bißchen Spaß muß sein: vielleicht sollte der Minister einfach den Lebensweg „Fürsorgeempfänger“ als Ausbildungsberuf anerkennen. HartzIV-Meisterbrief inklusive.

Der Vollständigkeit halber noch die Originaltexte:

Die Problemstellung lautet: „Auf dem Ausbildungsmarkt innerhalb Deutschlands bestehen hinsichtlich der Bewerberinnen und Bewerber einerseits und der freien Ausbildungsstellen andererseits große Disparitäten. Regional und branchenbezogen wird es zunehmend schwieriger, Ausbildungssuchende und freie Stellen zusammen zu bringen. In Zeiten des Fachkräfteengpasses ist es notwendig, dem durch einen ganzheitlichen Ansatz gegenzusteuern.“
Als Vorgehensweise wird vorgegeben:
„In einem ersten Schritt ist durch Literaturanalyse zu eruieren, welche Aspekte die Mobilität ausbildungssuchender Jugendlicher fördern bzw. hemmen. Darauf aufsetzend ist ein Handlungskonzept mit solchen Elementen zu entwickeln, die geeignet wären, die Mobilität ausbildungssuchender Jugendlicher zu steigern. Die dafür relevanten Akteure sind zu identifizieren. Modellhaft ist in bis zu drei Landkreisen und Städten das Handlungskonzept mit bekannten, guten Praxisbeispielen zu hinterlegen und mit den beteiligten Akteuren unter Einbeziehung ausbildungssuchender Jugendlicher hinsichtlich Stärken und Schwächen zu diskutieren. Dabei sollen auch Informationen kompakt und zielgruppengerecht für KMU aufbereitet werden, welche Förderinstrumente zur Erhöhung der Mobilität von ausbildungssuchenden Jugendlichen vorhanden sind.“

Quelle: www.bmwi.de, Projekt-Nr. 12/14

Bildquelle: bmwi

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